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Fakten-Check Stoßdämpfer-Mythen

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Mythos 1: Muss man 2-Rohr-Dämpfer vor dem Einbau „pumpen“, um sie zu entlüften?
Das ist ein Irrglaube! Fakt ist: 2-Rohr-Stoßdämpfer werden in senkrechter Position oder bis maximal 45° Schräglage eingebaut, aber beim Händler waagrecht gelagert. Für den Einbau hat diese „Lageveränderung“ jedoch keine Relevanz. Falls im Innenrohr/Arbeitsrohr nach der Installation trotzdem nicht genügend Öl vorhanden sein sollte, saugt er es beim „Arbeiten“ später selbst hinein. 

Mythos 2: Was hat es bei Stoßdämpfern mit der „Morgenkrankeit“ auf sich?
Dem Phänomen „Morgenkrankheit“ liegt bei 2-Rohr-Dämpfern die Tatsache zugrunde, dass sich das Stoßdämpferöl über Nacht abkühlt und dadurch sein Volumen verringert. Es zieht sich folglich zusammen, sodass am Ende zu wenig Öl im Innenrohr vorhanden sein kann. Durch die Bewegung der Kolbenstange/des Arbeitskolbens wird Nachschub jedoch schnell durch das Bodenventil angesaugt. Erwärmt sich das Öl, nimmt das Volumen zudem rasch wieder zu. 
Kein wirklicher Mythos, aber ein oft missverstandenes Feature, ist die Nutenverstellung, die man an vielen Stoßdämpfern findet. Mehr hierzu auf https://www.repxpert.de/de/garage-tips/bilstein-shock-absorber.


Mythos 3: Anheben von Fahrzeugen mit Luftfederungen
Populär ist die These, dass die Luftfederbälge beim Anheben von Fahrzeugen mit laufendem Motor so lange unter Druck gesetzt werden, bis sie platzen. Zumindest wenn der Werkstattmodus nicht aktiviert wurde. Richtig ist, dass im geschilderten Fall eher Luft abgelassen wird. Dadurch kommt es kurioserweise eher zum gegenteiligen Problem: Es besteht die Gefahr, dass das Fahrzeug auf eine zumindest teilentleerte Luftfeder abgelassen wird und diese hierdurch Schaden nimmt. 
Für alle, die mehr zum Thema Luftfedersysteme wissen möchten, hat BILSTEIN ein spannendes Schulungsvideo erstellt, das als weiteres Thema auch aktive Fahrwerke behandelt: https://www.youtube.com/watch?v=GhRSrZz2Eko. Ebenfalls interessant ist der als Video festgehaltene Einbau eines BILSTEIN B4 Luftfedermoduls: https://www.repxpert.de/de/installation-guides/bilstein-b4-air-suspension-module-w205. Was bei separat vom Dämpfer verbauten Luftfedern zu beachten ist, zeigt dieser Beitrag: https://www.repxpert.de/de/installation-guides/bilstein-b3-air-spring-s211.

Mythos 4: Prüfung des Radialspiels an der Kolbenstange

Beim Fahrwerk-Check ist diese Szene weit verbreitet: Am neu einzubauenden – oder auch alten – Stoßdämpfer prüft der Mechaniker an der ausgefahrenen Kolbenstange das Seitenspiel. Das ist keine gute Idee, denn hier ist ein extrem langer Hebelarm vorhanden und somit eine schlechte Abstützung der Kolbenstange gewährleistet. Bei dieser Methode wird fast zwangsläufig ein zu großes Radialspiel diagnostiziert. Um ein gegebenenfalls vorhandenes Radialspiel richtig zu ermitteln, muss sich die Kolbenstange/der Arbeitskolben in der Konstruktionslage des Fahrzeugs/Fahrwerks befinden. Es ist jedoch zu beachten, dass es hier keine genormten Richtwerte gibt. 

Ähnlich schwierig ist es oft auch, die Ursache störender Geräusche aus dem Fahrwerk zu identifizieren. Wie Werkstätten hier sinnvoll vorgehen können, erklärt folgender Beitrag: https://www.repxpert.de/de/garage-tips/bilstein-noises-from-suspension.

Mythos 5: Federwegbegrenzer
Ebenfalls viel diskutiert werden Federwegbegrenzer, womit aber nicht die vorhandenen Druckanschläge/Anschlagpuffer gemeint sind, sondern Komponenten zum Nachrüsten. Oft wird unzutreffend behauptet, dass diese Fahrwerk und Karosserie beim Einfederungsprozess schonen. Federwegbegrenzer nehmen dem Fahrzeug jedoch den notwendigen Federweg. So hindern sie den Stoßdämpfer daran, die dynamischen Schwingungen aus dem Fahrwerk vernünftig abzubauen. Somit trifft eher das Gegenteil der Anfangsbehauptung zu: Fahrwerkteile und Karosserie werden durch die Federwegbegrenzer eher überbeansprucht. Zudem präsentiert sich das Fahrverhalten hart und hoppelig.

Mythos 6: Härtere Fahrwerke sind sportlicher
Je härter das Fahrwerk ist, desto sportlicher fährt ein Auto, lautet eine populäre Meinung. Fakt ist: Auch ein sportliches Fahrwerk muss ausgewogen abgestimmt sein. Extreme sind oft kontraproduktiv. Korrekt ist: Eine genau zu definierende Absenkung des Fahrzeugschwerpunktes verringert bei maximal möglichen Restfederwegen die Wankneigung und verbessert die Fahrdynamik. Beim Einsatz von Sportfedern, am besten in Verbindung mit passenden Hochleistungsdämpfern, ist immer ein technisch sinnvolles Maß zu beachten: 40 mm tiefer heißt zum Beispiel, dass an der Achse auch 40 mm weniger Einfederungsweg zur Verfügung stehen. Ausreichend Restfederweg sollte aber vorhanden bleiben. BILSTEIN achtet bei seinen Performance-Produkten deshalb stets auf eine optimale Fahrbarkeit. Hier geht es direkt zum Portfolio: https://performance.bilstein.com.

Wer darüber hinaus noch Fragen hat, kann den BILSTEIN Technical Support unter 
02333 791-4222 anrufen oder nutzt die E-Mail-Adresse technik@bilstein.de. Eine weitere interessante Option sind Schulungen, die BILSTEIN ab sofort auch virtuell anbietet. Anmeldung und weiterführende Informationen unter der E-Mail-Adresse training@bilstein.de oder https://workshop.bilstein.com/de/trainings-schulungen/.