Prüfungen am Zweimassenschwungrad (ZMS)

Prüfungen am Zweimassenschwungrad (ZMS)

Übersicht

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Mit dem LuK ZMS-Prüfwerkzeug können folgende Messungen durchgeführt werden:

  • Überprüfung des Freiwinkels
  • Überprüfung des Kippspiels

Mit diesen beiden Prüfergebnissen und verschiedenen Sichtprüfungen hinsichtlich Fettaustritt, thermischer Belastung, Zustand der Kupplung usw. kann eine zuverlässige Beurteilung des ZMS erfolgen.

Als Freiwinkel bezeichnet man den Winkel, um den sich Primär- und Sekundärschwungscheibe gegeneinander verdrehen lassen, bis die Federkraft der Bogenfedern einsetzt. Die beiden Endanschläge bei einer Links-/ Rechtsdrehung ergeben die beiden Messpunkte. Der gemessene Freiwinkel gibt Aufschluss über den Verschleiß.

Achtung:

Bei einem ZMS mit Reibsteuerscheibe ist beim Verdrehen in eine Richtung ein harter Anschlag zu spüren. In diesem Fall muss die Sekundärschwungscheibe – mit erhöhtem Kraftaufwand – jeweils in beide Richtungen über diesen Anschlag hinaus um einige mm weitergedreht werden, bis die Federkraft spürbar ist. Hierdurch wird die Reibsteuerscheibe im ZMS ebenfalls verdreht.

Unter Kippspiel versteht man das Spiel, um welches sich die beiden Massen des ZMS voneinander weg- oder aufeinander zukippen lassen.
 

Welche Prüfung – welches ZMS?

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Bei Zweimassenschwungrädern mit einer geraden Anzahl an Befestigungsgewinden für die Kupplungsdruckplatte kann man den Hebel mittig montieren und damit den Freiwinkel mit der Gradscheibe bestimmen. Dieses Messverfahren ist bei fast allen ZMS möglich und sollte bevorzugt angewandt werden (siehe "Freiwinkel mit Gradscheibe prüfen").
 

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In wenigen Fällen liegt eine ungerade Anzahl an Befestigungsgewinden für die Kupplungsdruckplatte vor, und man kann den Hebel nicht mittig montieren. In diesen Ausnahmefällen muss der Freiwinkel über die Zählung der Zähne des Anlasserzahnkranzes ermittelt werden (siehe "Freiwinkel mit Zähnezahl des Anlasserzahnkranzes prüfen").

Die Kippspielmessung ist unabhängig von der o. g. Unterscheidung und wird immer gleich bleibend durchgeführt (siehe "Kippspiel prüfen").

Freiwinkel mit Gradscheibe prüfen

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  • Getriebe und Kupplung nach Herstellervorgaben ausbauen
     
  • Entsprechende Adapter (M6, M7 oder M8) in zwei senkrecht gegenüberliegende Gewindebohrungen der Kupplungsbefestigung am ZMS einschrauben und festziehen

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  • Hebel an die Adapter anbauen – Langlöcher mit Hilfe der Einteilungen mittig zu den Adaptern ausrichten und die Muttern  festziehen.

    Die Gradscheibe muss in der Mitte des ZMS sitzen.

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  • ZMS blockieren – Getriebeschraube und ggf. Distanzstücke verwenden, um das Blockierwerkzeug auf der Höhe des Anlasserzahnkranzes zu befestigen.

    Sollten die beiliegenden Distanzstücke nicht ausreichen, kann man zusätzlich mit einigen Unterlegscheiben den benötigten Abstand erreichen.

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  • Ist die Befestigung nur an einem Gewinde mit einer Passhülse möglich, kann man mit Hilfe der beiliegenden Buchse die Passhülse umbauen.

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  • Messuhrhalter am Motorblock montieren – Getriebeschraube und ggf. Buchse analog zum Blockierwerkzeug verwenden.
     

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  • Eventuell können das Blockierwerkzeug und der Messuhrhalter zusammen an einer Schraube montiert werden.

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  • Gradscheibe mit Gegenhalter am Messuhrhalter fixieren und Rändelmutter festziehen

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  • Sekundärschwungscheibe mit Hebel gegen den Uhrzeigersinn drehen, bis die Federkraft der Bogenfedern spürbar ist
     
  • Achtung:

    Bei einem ZMS mit Reibsteuerscheibe ist beim Verdrehen in eine Richtung ein harter Anschlag zu spüren. In diesem Fall muss die Sekundärschwungscheibe – mit erhöhtem Kraftaufwand – jeweils in beide Richtungen über diesen Anschlag hinaus um einige mm weitergedreht werden, bis die Federkraft spürbar ist. Hierdurch wird die Reibsteuerscheibe im ZMS ebenfalls verdreht.
     

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  • Hebel langsam loslassen, bis die Bogenfedern entspannt sind. Zeiger der Gradscheibe auf „0“ stellen

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  • Sekundärschwungscheibe mit dem Hebel im Uhrzeigersinn drehen, bis die Federkraft der Bogenfedern spürbar ist

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  • Hebel langsam loslassen, bis die Bogenfedern entspannt sind. Wert auf Gradscheibe ablesen und mit dem Sollwert vergleichen

Freiwinkel mit Zähneanzahl des Anlasserzahnkranzes prüfen

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  • Getriebe und Kupplung nach Herstellervorgaben ausbauen
     
  • Entsprechende Adapter (M6, M7 oder M8) in zwei annähernd senkrecht gegenüberliegende Gewindebohrungen der Kupplungsbefestigung am ZMS einschrauben und festziehen

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  • Hebel an die Adapter anbauen – Langlöcher mit Hilfe der Einteilungen mittig zu den Adaptern ausrichten und Muttern festziehen 

    Da eine ungerade Anzahl an Befestigungsgewinden für die Kupplungsdruckplatte vorliegt, kann der Hebel nicht mittig auf dem ZMS montiert werden

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  • ZMS blockieren – Getriebeschraube und ggf. Distanzstücke verwenden, um das Blockierwerkzeug auf der Höhe des Anlasserzahnkranzes zu befestigen

    Sollten die beiliegenden Distanzstücke nicht ausreichen, kann man zusätzlich mit einigen Unterlegscheiben den benötigten Abstand erreichen.
     

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  • Ist die Befestigung nur an einem Gewinde mit einer Passhülse möglich, kann man mit Hilfe der beiliegenden Buchse die Passhülse umbauen.

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  • Sekundärschwungscheibe mit Hebel gegen den Uhrzeigersinn drehen, bis die Federkraft der Bogenfedern spürbar ist
     
  • Achtung:
    Bei einem ZMS mit Reibsteuerscheibe ist beim Verdrehen in eine Richtung ein harter Anschlag zu spüren. In diesem Fall muss die Sekundärschwungscheibe – mit erhöhtem Kraftaufwand – jeweils in beide Richtungen über diesen Anschlag hinaus um einige mm weitergedreht werden, bis die Federkraft spürbar ist. Hierdurch wird die Reibsteuerscheibe im ZMS ebenfalls verdreht.

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  • Hebel langsam loslassen, bis die Bogenfedern entspannt sind

    Sekundärschwungscheibe und Primärschwungscheibe/Anlasserzahnkranz mit einem Strich auf gleicher Höhe markieren

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  • Sekundärschwungscheibe mit dem Hebel im Uhrzeigersinn drehen, bis die Federkraft der Bogenfedern spürbar ist. Hebel langsam loslassen, bis die Bogenfedern entspannt sind

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  • Anzahl der Zähne des Anlasserzahnkranzes zwischen beiden Markierungen zählen und mit dem Sollwert vergleichen

Kippspiel prüfen

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  • Messuhr mit dem Halter an den Motorblock anbauen

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  • Messuhr mittig auf dem Adapter ausrichten und entsprechend vorspannen
     
  • Wichtig:
    Die Messung muss vorsichtig erfolgen. Zu hoher Kraftaufwand verfälscht das Messergebnis und kann das Lager beschädigen.

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  • Hebel leicht (z. B. mit dem Daumen) in Richtung Motor drücken, bis ein Widerstand zu spüren ist

    Hebel in dieser Position halten und Messuhr auf „0“ stellen

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  • Hebel leicht (beispielsweise mit einem Finger) in die entgegengesetzte Richtung ziehen, bis ein Widerstand zu spüren ist. Wert auf Messuhr ablesen und mit dem Sollwert vergleichen